Kant: AA X, Briefwechsel 1783 , Seite 322

     
           
 

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Text (Kant):

 

 

 

 
  01 Doch erst danke ich Ew. Wohlgeb. noch gehorsamst für die Rüksicht      
  02 die Sie auf meine lezte Bitte genommen: ich werde den Brief      
  03 an HE D. Biester abgeben; Noch habe ich hier keinen Menschen gesprochen,      
  04 als meinen Wirth, Herrn Bergrath Moelter, dessen Frau eine      
  05 alte Freundin meiner Mutter und ganzen mütterlichen Verwandtschaft      
  06 ist, und der so gütig gewesen, meinem Vater seine Wohnung für mich      
  07 anzubiethen.      
           
  08 Ich nehme mir die Freiheit Ew. Wohlgeb. 1O8 rthlr. zu überschikken:      
  09 Noch konnte ich der gewißen Person das ihr ausgemachte Geld      
  10 nicht auf einmahl abbezahlen, sondern mußte ihr 25 rthlr schuldig      
  11 bleiben, worüber sie eine Obligation von mir erhielt, die Herr Direktor      
  12 Kanter (: der mit um die Sache wußte, von meinen andern Verhältnißen,      
  13 die Ihnen und Ihrem Freunde nur allein bekannt sind, aber      
  14 nichts weiß, wie auch keiner meiner Bekannten dort in Königsberg :)      
  15 als Selbst=Schuldner unterschrieb: Ich konnte den Termin der Zahlung      
  16 nicht halten, ließ ihr aber das Versprechen thun, daß sie gewiß abbezahlt      
  17 werden sollte. Nun weiß ich nicht, auf welche Weise auf die      
  18 für mich sicherste Art, diese 25 rthlr. der Person können ausgezahlt      
  19 werden. Ich habe folgenden Vorschlag, wenn mir ihn nur Dero Güte      
  20 ausführen hilft: Der Notarius und Iustiz=kommißarius Heße (: wohnhaft      
  21 in eines Pelz=Händlers Hause, auf der Seite wenn man von der      
  22 Schmiede=Brükke nach der kneiphöffschen Kirche zu den beiden Hoffpredigers      
  23 Schulz gehen will :) hat den Vergleich, den ich damahls mit      
  24 der Person errichtet, gemacht, wofür ich ihm über 8 rthlr, ohne die      
  25 andern Unkosten, was ich dem Curator, den ich verordnen laßen, gegeben      
  26 u.s.w. gegeben, sollte dieser, auf Dero Vorstellung sich nun      
  27 wohl nicht entschlüßen, das Mensch vor sich fordern zu laßen, um ihr      
  28 die 25 rthlr auszuzahlen, und sich meinen Revers von ihr zurükgeben      
  29 zu laßen? Diese Angelegenheit wünschte ich, daß Ew. Wohlgeb. sie,      
  30 gleich nach dem Empfang dieser 108 rthlr, so gütig wären in Richtigkeit      
  31 zu bringen.      
           
  32 Beiliegenden Brief, nebst 4 rthl, bitte ich an HErrn Haman zu      
  33 übermachen, der noch 2 rthlr. von mir liegen hat, welche er, zusammen      
  34 also 6 rthlr. an Iemand auszahlen wird, die ich baar geliehen.      
           
  35 Zu meiner Sicherheit, damit der Vergleich mit der Person, desto      
  36 mehr Kraft haben möchte, wurde mir damahls gerathen, noch jährlich      
  37 etwas gewißes derselben auszumachen, welches ich denn auch that,      
           
     

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