Kant: AA XVII, Reflexionen zur Metaphysik. , Seite 419

     
           
 

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  01 Erscheinung der geisterwelt sey, daß die Handlungen hier symbola      
  02 von dem eigentlichen character in der intelligiblen welt seyn, und daß der      
  03 tugendhafte nicht in den Himmel übergehe, sondern sich nur darin sehe.      
           
  04 3. Wenn die andre Welt diese nemliche Sinnenwelt, obzwar in      
  05 anderm Verhaltnisse ist, so hat die Seele jederzeit einen Körper, entweder      
  06 einen gewöhnlichen (nach den Gesetzen der (g gewohnlichen ) Empfindung)      
  07 aspectablen Korper: Metempsychosis, oder einen, der nur      
  08 durch die Willkühr der abgeschiedenen Seele sichtbar ist: apparitiones,      
  09 spectra, entweder durch äußern oder innern Einflus. prodigia      
           
   

 

4109.   κ3? (μ?) (ι2?) (ε?)   M 319'.   Zu M § 782:
 
     
  11 Hofnung oder Furcht der andern Welt.      
           
  12 Einen Menschen, der den Vorsatz der Bosheit und schelmerey hat      
  13 (g wofern er nicht Gott und eine andre Welt fürchtet ) kan ich nicht vom      
  14 Daseyn beyder überzeugen, sondern ihm nur diese Furcht einjagen      
  15 also genugsame Gründe der Möglichkeit und speculative Wiederlegungen      
  16 oder Gegengründe der entgegengesetzten Moglichkeit ins Gemüth schieben,      
  17 aber nicht, weder daß er wisse, es sey eine andre Welt, noch es glaube, zu      
  18 wege bringen. Es muß ein Mensch einen unmittelbaren Vorsatz haben      
  19 redlich zu seyn, wenn er nur nicht seine gantze Glückseeligkeit dabey aufs      
  20 Spiel setzte. Denn wird er die Gl andere Welt und weise regirung      
  21 wünschen, hoffen und glauben, und zwar unwandelbar und ohne erschüttert      
  22 zu werden.      
           
   

 

4110.   κ3? (μ?) (ι2?) (ε?)   M 319'.   E II 1275.   Zu M § 782:
 
     
  24 Der analogische Beweis von der Hofnung der andern Welt ist darin      
  25 schön, daß er sich nicht mit den schwierigkeiten der Spekulativen Erklärungen      
  26 befaßt, noch sich in Theorien und Erklärungsarten einläßt, die man nicht      
  27 schwer vertheidigen kan, sondern nach demselben Gesetze schließt nach      
  28 welchem man in der physic, wo das obiect seiner innern Beschaffenheit      
     

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